Lieber Hosenträger als gar keinen Halt im Leben

 

Die ersten Zeilen, die ich mir in diesem schlanken, jedoch sehr leseintensiven Büchlein angestrichen habe, stammen vom Rumänen Émile Michel Cioran, der von 1911 bis 1995 gelebt hat: „Das ganze Geheimnis des Lebens läuft darauf hinaus, dass es keinerlei Sinn hat; dass aber jeder von uns dennoch einen ausfindig macht!“ Cioran folgt damit Friedrich Nietzsches Gedanken der „Götterdämmerung“, seine Ansichten sind in Abwandlung des Nietzschetitels in der „Gedankendämmerung“ nachzulesen.

 

Lieber Hosenträger als gar keinen Halt im Leben. So also lautet der Titel des sehr übersichtlich und auch grafisch schönen philosophischen Büchleins von Bernhard Meuser, der davon überzeugt ist, ein Leben mit Sinn sei durchaus lebenswerter als eines ohne… Ausgehend vom Titel, einem billigen Bierschankspruch, führt Meuser die LeserInnen durch die Philosophiegeschichte, ohne die zentralen Agnostiker und Atheisten auszulassen. Besonderes Augenmerk schenkte er – und traf bei mir ins Schwarze – jenem Mann, dessen Bühnenstück „Synchronisation in Birkenwald“ ich verfilmen durfte, dem Sinn-Therapie-Erfinder Viktor Frankl, das Schlusskapitel ist zum Untertitel des Buches geworden und widmet sich „13 Methoden, den Sinn des Lebens zu finden“ und beruft sich auf die große kleine Dame aus Kalkutta, Mutter Theresa.

 

Besonders mochte ich an der Lektüre die wohlgewählten Zitate, die es jedem Philosophie-Laien erlauben, die Zusammenhänge unserer „Sinnwelt“ gut zu verstehen. Dabei zitiert Meuser auch philosophisch anmutende Äußerungen von Laien selbst: „Man kann ein Schnitzel nur einmal essen“, sagte einst Uwe Seeler, der deutsche Fußballstar.

 

Für mich ein Weihnachtsgeschenk, das für den Beschenkten weit über alle Weihnacht hinausreichen kann!

 

Lieber Hosenträger als gar keinen Halt im Leben

von Bernhard Meuser

Pattloch Verlag

106 Seiten, gebunden, Schutzumschlag

9,30 Euro

ISBN: 978-3-629-02257-8