Das Leben: ein Strich
Mustafa O. hat inzwischen aufgehört, nur in der Nacht zu fahren. Als Vater kleiner Kinder ist es ihm zu gefährlich geworden. Mehdi K. fliegt im Dezember zu seinem Bruder. Eine wichtige Begegnung nach den Erlebnissen der letzten Monate. Maged H. träumt nicht mehr davon, in Ägypten als Architekt arbeiten zu können. Zu real ist die Unterdrückung der Christen dort. Und Nikolai S., einer der jungen Chauffeure bei Taxi 878, wird bald seine Einkäufe für die Frühlingskollektion in Mailand abholen. Das Startkapital der kleinen Boutique kostete ihn fast ein Auge.
von Rainer Juriatti
Die zumeist männlichen Fahrer arbeiten selbständig. Für zehn Euro Bruttostundenlohn. Sie finanzieren und pflegen ihre Wagen. Sie zahlen Steuern, Sozialversicherung, Benzin und Funkgebühren. Sie warten. Auf Kundschaft. Am Tag, in der Nacht. Als Taxi-Azubi getarnt begleite ich vier Chauffeure während ihrer 12-Stunden-Schicht.
Der zeitweise türkische Russe
Blitzblank zeigt sich der Innenraum des Wagens mit den kyrillischen Schriftlettern auf den Armaturen. Ich frage, ob er sein Auto meinetwegen poliert habe, worauf Nikolai S. lächelt und meint, das sei sein ganzes Kapital, der Wagen sehe immer so aus. Es ist kalt draußen, die Straßenbahn spuckt Menschen aus. Niemand steuert auf uns zu. „Erst, wenn es schneit“, sagt Nikolai S., „oder im Sommer, ab 37 Grad, dann wird es in der Straßenbahn zu heiß und die Leute fahren lieber mit dem Taxi“. Eineinhalb Stunden warten wir. Ungewöhnlich, ruhig zu sitzen und zu warten. „Eines nachts“, beginnt Nikolai S., „wollten zwei betrunkene Frauen mit ihren Hunden mitfahren. Sie haben die Tiere auf die Sitzbank springen lassen, worauf ich meinte, sie sollen sie dort wegnehmen. Die eine der beiden sagte, von einem Tschuschen wie mir lasse sie sich das nicht sagen“. Nikolai S. beleuchtet den Kern einer Problematik, die so schwer verständlich wie alltäglich scheint. Taxifahrer gelten nichts. Bei Verfahren gegen Fahrgäste, erzählten mir viele seiner Kollegen an den Standplätzen, seien sie meistens die Zweiten, die Verlierer. Polizei wie Justiz stellen sich, so der einhellige Tenor, zunächst immer auf die Seite der Fahrgäste. Nikolai S. erzählt von der Rangelei, die der Hunde wegen entstand. „Die eine Betrunkene war total in Rage“, sagt er, „trat nach mir und boxte mich. Dann wurde ich gebissen. Aber nicht vom Hund, von der Frau“. Er lacht nicht, während er erzählt. Im Krankenhaus musste er sich behandeln lassen. Später meinte die Polizei, er sei angezeigt worden, weil er der Frau ins Gesicht geschlagen habe. „Plötzlich war ich nicht das Opfer, sondern Täter.“ Beim Verfahren habe sich herausgestellt, dass sich die Zähne der Frau aufgrund ihres Zubeißens gelockert hatten und nicht, wie sie behauptet hatte, aufgrund eines Schlages. Wer als Taxifahrer einen Gast angreift, läuft Gefahr, dafür ins Gefängnis zu gehen. Egal, wie der Gast sich verhält.
Während unserer Stunden im Taxi muss Nikolai S. manchen Fahrgästen von seiner Heimat erzählen. Er stammt aus St. Petersburg, viele schwärmen davon. Als ich ihn frage, ob das nicht mühsam sei, immer wieder dieselbe Platte abzuspielen, meint er, manchmal sei er schon müde und möge nicht reden. „Wenn die Leute dann das Namensschild sehen und fragen, woher ich komme, sage ich, das Schild sei von meinem Chef, ich sei Türke. Dann wollen sie nichts mehr wissen.“ Eines Nachts wurde Nikolai S. von einem Mann vor einem Konzertsaal zusammengeschlagen, verlor fast sein Auge, trägt heute eine Knochenplastik unter dem Augenhöhle. Das Verfahren brachte ihm Schmerzensgeld ein, das er mit seiner Mutter in die Gründung einer Boutique steckte. Ein zweites, wichtiges Standbein. Dennoch fährt er weiter Taxi, finanziert sich die Abendmatura damit. Bald möchte er mit seiner Freundin, die er in Graz in einem russischen Chatroom kennen gelernt hat, ein „normales Leben außerhalb des Taxis“ anfangen.
Der persische Poet
Wenige Tage später werde ich der Schicht von Mehdi K., einem 65-jährigen Perser, zugeteilt. Als Kind verfolgte er in seiner Heimat öffentliche Strafverfahren. Die Argumentation von Rechtsanwälten faszinierte ihn. Um also Jura zu studieren kam er mit 24 Jahren aus dem Iran nach Österreich. Kollegen rieten ihm der Sprachbarriere wegen vom Studium ab, so wurde er Maschinenbauer. „Ich weiß nicht“, sagt er, „ob es klug war, auf die Freunde zu hören. So aber bin ich einen Weg gegangen, der mich hierher geführt hat, ins Taxi“. Als Mehdi K. dann von Shapour Bakhtiar, dem letzten Premierminister des Schahs Mohammed Reza, zu erzählen beginnt, verfliegt die Zeit und ich bemerke nicht, dass fast eineinhalb Stunden Wartezeit vergehen. Mehdi K. arbeitete für Bakhtiar, der die „Nationale Widerstandsbewegung des Irans“ gegründet hatte, ging in den Iran, um „physisch im Widerstand dabei zu sein“, erlebte dort Tod und Elend. Mehdi K. sah seine Welt zerbrechen, als Shapour Bakhtiar im Jahr 1991 in Suresnes im Arrondissement Nanterre ermordet wurde. „Meine Frau rief mich an“, erzählt er, „ich war gerade bei Paris im Auto unterwegs. Sie meinte, ich solle den Wagen halten, also blieb ich stehen. Dann erzählte sie mir, sie habe soeben im Radio gehört, Bakhtiar sei tot. Gerade noch hatten wir miteinander gesprochen und nun war er ermordet worden. Ich legte mich auf die Straße, mir wurde schwarz vor Augen, ich konnte es nicht fassen. So blieb ich auf den Straßen von Paris liegen, bis jemand fragte, ob es mir gut gehe. Erst da wurde ich aus meiner Trance gerissen und konnte weinen“. Während Mehdi K. erzählt, sitzen wir unter einer großen beleuchteten Plakatwand vor der Uniklinik, im Schein der Straßenlampen sind seine traurigen Augen zu erkennen. Die iranische Regierung hatte den Mord durch zwei Agenten und einen engen Vertrauten Bakhtiars ausführen lassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Mehdi K. sechs Jahre im engsten Rat rund um den Widerstands-Politiker gearbeitet. Für einen Mann, wie Mehdi K. sagt, der zeitlebens für die Trennung von Religion und Staat eingetreten war. Nach seinem Tod zog sich Mehdi K. zwei Jahre politisch zurück und arbeitete im Grazer Unternehmen seiner Frau mit. Dann begann er mit dem Taxifahren.
Noch immer, scheint es, kann Mehdi K. nicht fassen, was damals in Paris geschehen war. „Die Zukunft unseres Landes ist mit ihm gestorben“, sagt er. „Später, als ich einmal gefragt wurde, ob ich in Wien nicht weiter im diplomatischen Dienst arbeiten wolle, war ich unentschlossen. Ich weiß nicht, ob das ein Fehler war, aber heute fahre ich Taxi“. Wir steigen aus, trinken Tee, den er im Kofferraum mitführt. Er erzählt von seiner Frau, von seinen Töchtern, auf die er stolz ist, zeigt mir Bilder und spricht von seiner Mutter, „der schönsten Frau Persiens“, die immer noch im Iran lebt. Wir sprechen, wechselweise im Wagen sitzend oder Tee schlürfend über Bakhtiar, den Iran, die Hoffnungslosigkeit vieler Menschen dort und zwangsläufig über die Unzufriedenheit, die viele Menschen in Europa oft empfinden. Auffällig ist mir die schöne Sprache des Persers, beispielsweise wenn er die Frage beantwortet, warum er immer noch Taxi fahre. „Ich bin wie Wasser“, antwortet er darauf, „ich muss immer fließen. Stehe ich, beginne ich zu faulen“. Mehdi nimmt in der Zeit, in der wir miteinander fahren, kaum einmal hundert Euro ein. Viele Zahlungen sind noch fällig, dann möchte er sich zur Ruhe setzen. Und seine Heimat, sagt er, sei nun lange schon dort, wo seine Frau ist. In Graz.
Der Stille aus dem Land der Pharaonen
Maged H. reicht mir kommentarlos die Hand, als ich auf dem Beifahrersitz seines Großraumwagens Platz nehme. Der ägyptische Architekt fand als junger Mann in seiner Heimat keine gute Anstellung. „Christen wie ich“, sagt er, „werden in Ägypten schlechter behandelt als Ausländer in Österreich“. Auf meine Frage nach dem Bevölkerungsanteil der Christen lächelt er und meint, da gebe es unterschiedliche Angaben. „Je nachdem, ob die Muslime davon sprechen oder die Christen. Wir gehen davon aus, dass rund 15 Prozent der 80 Millionen Ägypter Christen sind. Die Muslime sprechen von vier Prozent.“ Nach 45 Minuten Wartezeit bringen wir eine alte Frau für 9,80 Euro nach Liebenau. Das sei nicht so schlecht, meint er, Taxifahren sei ein Beruf, bei dem man täglich auf Glück hoffe und darauf baue. „Ohne Glück bekommst du keine guten Fahrten, dann gehst du ärmer heim, als du gekommen bist. Besser also einen Quadratmeter Glück als einen Hektar Mühsal.“ Ich erinnere mich an einen Satz von Nikolai S., den ich gefragt hatte, ob er auch aus dem Verkehr gewunken werde, so, wie man das aus Filmen kenne. Er hatte gemeint, das passiere immer nur dann, wenn er gerade einen Gast fahre oder mit der Familie unterwegs sei. „Das nennt man das Gesetz der Gemeinheit.“
Eine halbe Stunde später fahren wir einen betrunkenen Mann um 7,80 Euro von einem Lokal zu einem anderen. Der Mann hatte uns nicht genau sagen können, wo sein Zielpunkt liegt. „Manchmal steigen Leute ein“, erzählt Maged H., „und sagen: ‚Zum Doktor’. Nicht mehr, nicht weniger. ‚Zum Doktor’. Und wenn man dann nachfragt, welcher Doktor gemeint sei, dann wiederholen sie. ‚Zum Doktor’. Wie soll man wissen, wo es hingeht? Und dann wird man beschimpft, man kenne sich in Graz nicht aus“.
Bald darauf holen wir ein junges Mädchen ab, fahren von Puntigam zu Magna Steyr, holen dort ihre Freundin ab und fahren zurück nach Puntigam in einen Eissalon. Eine 19-Euro-Fahrt, ein Glücksfall. Wir stehen nur ein paar Minuten bis zum nächsten Funkruf. „Ein guter Abend“, meint Maged H. Sofern der Pommesgeruch der Gäste darauf zurück schließen lässt, kommen sie aus einem Restaurant mit gutbürgerlicher Küche. Angeheitert steigen sie beim nächsten Lokal aus. Eine 12,60-Euro-Fahrt. Nach 30 Minuten Wartezeit, in denen ich mich in den Büschen illegal erleichtere, die nächste Fahrt. Von einer Buschenschank zur nächsten. Eine 9,50-Fahrt. Als ich Maged H. frage, welches sein schlimmstes Erlebnis im Taxi gewesen sei, schweigt er und zuckt mit den Schultern. „Nichts?“ frage ich, worauf er den Kopf schüttelt. Und das schönste Erlebnis? „Weiß nicht“, sagt er. Dann meint er, die Leute seien oft sehr betrunken, könnten kaum Gehen. Er lacht und meint, „aber beim Rechnen sind sie g’scheit“. Nach wenigen Minuten Wartezeit die nächste Fahrt. Eine Dame will nach Hause. Die erste angenehme Fahrt des Abends. Um 7,50 Euro. Wir stehen am Hauptplatz. Taxi to go. Warten eine halbe Stunde. Dann eine letzte 10-Euro-Fahrt, bevor ich zu Mustafa O. ins Taxi umsteigen soll. Am Flughafen fliegender Wechsel. Es ist kurz vor Mitternacht. Maged H. ist bis zu diesem Zeitpunkt um 76,20 Euro reicher. Vor Abzug aller Ausgaben.
Der Temperamentvolle Löwe
Wir rasen nach Kalsdorf, holen dort ein sehr junges betrunkenes Mädchen ab und führen sie zum Zentralfriedhof. Sie habe ihre Hausschlüssel im geparkten Auto vergessen, sagt sie. Die Nacht hat begonnen, Kehrseite dieser Welt. Um das Mädchen abzulenken, redet Mustafa O. die ganze Zeit. Dann steigt sie aus, will aber nicht mehr mit uns zurückfahren. Wenige Wochen später wird an jener Stelle, an der sie aus dem Taxi steigt, ein ägyptischer Fahrer krankenhausreif geschlagen werden.
Mustafa O. erzählt, dass er gelernter Schweißer sei, auch in diesem Beruf habe man Probleme, so, wie man in allen Berufen Probleme haben könne. „Es geht nur um das Brot im Bauch des Löwen“, meint er. Das heiße, man habe es überall schwer, zwischen Brot und Fleisch liege der Fleiß.
Ein bulliger Mann will von Pirka in die Stadt gebracht werden. Er ist derart betrunken, dass er kaum mehr gehen kann. Der Mann schimpft in einer Tour, boxt den Chauffeur in einer Art aggressiv-freundschaftlicher Geste, dann wieder lacht er und versucht, Mustafa O. am Genick zu fassen. Als der Mann aussteigt, frage ich, ob er nie Angst habe. Mustafa O. lacht. „Der Mann war wie ein Affe“, sagt er, „er sprang von Baum zu Baum“. Das heiße, meint er, der Mann habe ständig die Stimmung gewechselt. Tatsächlich hatte der Betrunkene Ausländer, die Route, die Fahrweise bemängelt. Dann stellte er in Abrede, überhaupt in Pirka gewesen zu sein, um zu unterstellen, man mache eine Stadtrundfahrt mit ihm, sogar mich, den Azubi, beschimpfte er. Zweimal, ja, zweimal hatte er Mustafa O. geboxt. Der Mann ein Affe.
Vom einem Nachtlokal geht es mit einem Jugendlichen ins Nirgendwo, weit hinaus aus Graz. Während der junge Mann schläft, erzählt Mustafa O. die Geschichte einer betrunkenen Frau, die er nachts auf Geheiß ihres Mannes vom Zentrum nach Hause hatte bringen müssen. Auch die Frau habe zunächst geschlafen. Am Fahrziel angekommen weckte er sie auf, worauf sie fragte, wo ihr Mann sei. Als sie hörte, dass er nicht mitkommen habe wollen, schimpfte sie und bat Mustafa O., er solle ihr in die Wohnung helfen, was er gerne gemacht habe. In der Wohnung angekommen meinte sie, er solle ihr ins Bett helfen, was ihm sehr unangenehm gewesen sei. „Stell dir vor“, meint er, „wenn sie später sagt, ich hätte ihr etwas getan, dann gehe ich ins Gefängnis und lasse Frau und Kinder allein“. Die Frau habe ihn bedrängt und gemeint, ihr Mann mache das jetzt sicher auch mit anderen Frauen. „Was tun?“, fragte Mustafa O. „Ich habe überlegt, wie ich schadlos aus der Nummer rauskomme. Dann habe ich gesagt, es sei okay, ich wolle das gerne mit ihr machen, ich müsse nur die Kondome aus dem Auto holen. Sie freute sich und war einverstanden. Ich bin zum Taxi gegangen und weggefahren.“ Eine Gratisfahrt.
Taxifahrer sind öffentliche Menschen, denke ich, während wir durch das nächtliche Graz fahren, öffentliche Menschen in privatesten Momenten. Taxifahrer sind starke Verletzliche, souveräne Angreifbare. Ein Beruf voller Widersprüche.
„Schlimmer ging es einem Kollegen“, sagt Mustafa O., während wir vor dem Casino stehen und auf Fahrgäste warten. „Er führte nachts ein Mädchen heim. Nichts Besonderes. Morgens, noch schlafend, stürmten zehn Polizisten in seine Wohnung, seine Frau wurde bewusstlos vor Schreck, die Kinder weinten. Er wurde verhaftet. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen von ihrem Freund geschlagen wurde, sich nach Hause hat führen lassen und später, um sich vor dem Vater für die blauen Flecken zu rechtfertigen, behauptete, der Taxifahrer sei es gewesen.“
Nach einer Fahrt weit außerhalb von Graz landen wir mit zwei jungen Männern in einer Kfz-Werkstätte, wo sie uns Kaffee aus einem Automaten servieren. Sie hätten einen zu weiten Heimweg, sagen sie, und schliefen deshalb in ihrer Fahrzeugteile-Firma. Die beiden sind betrunken, aber sehr zuvorkommend. Auch so kann Taxifahren sein. Meine letzte Fahrt. Zwei Betrunkene wollen heim. Der Junge erbricht sich fast in Mustafa O.’s Auto. Der zieht einen Beutel aus dem Seitenfach und reicht ihn nach hinten. „Ich bin für alle Fälle gerüstet“, meint er und lächelt. Ich denke nicht darüber nach, welche Fälle Mustafa O. sonst noch meinen könnte.
Ein paar Tage später telefoniere ich mit Mehdi K. Er sei seit zehn Tagen im Krankenstand, habe sich im Halswirbel einen Nerv eingeklemmt. Ich vermute, er klingt so traurig, da er nichts verdient seit zehn Tagen. „Nein“, sagt er, „meine Mutter ist gestorben, der Seelenschmerz setzt mir zu“. In den letzten Tagen habe er viele schöne Gespräche geführt. Seinen Bruder wolle er im Dezember besuchen, es sei Zeit dafür. „Weißt du“, meint er, „auf unserem Grabstein wird links das Geburtsdatum stehen und rechts davon das Sterbedatum. Und weißt du, was dazwischen stehen wird? Ein Bindestrich wird dazwischen eingemeißelt sein. Unser Leben ein Bindestrich“. Manchmal ein Bindestrich voller Beschimpfungen. „Das ist das Leben“, sagt Mehdi K., „ein Bindestrich. Ich habe die Länge des Bindestrichs längst gelebt, weißt du.“ Als ich entgegne, so dürfe er das nicht sehen, lacht er und meint, „wir sind natürlich auch wie Perserteppiche: Je älter und zertretener, desto teurer.“
("Das Leben: ein Bindestrich", so der Originaltitel, entstand im Zeitraum September bis Dezember 2011 - dank der Unterstützung der in Graz lebenden Montafoner Unternehmerin Mag. Sylvia Loibner, die das Taxiunternehmen 878 gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann in den Achtzigerjahren gründete und heute noch führt. Erschienen ist der Text unter dem Titel "Das Leben: ein Strich" am 24. Dezember 2011 im Spectrum/Die Presse, Redaktion Wolfgang Freitag)
Foto: Chiara Juriatti
